Die Fälschung von Kunstfotografie stellt ein wachsendes Problem auf dem Kunstmarkt dar. Während Malerei, Skulptur und andere traditionelle Kunstformen schon lange Ziel von Fälschungen sind, ist auch die Fotografie aufgrund ihrer technischen Reproduzierbarkeit zunehmend betroffen. Fälscher nutzen moderne Drucktechniken, digitale Bearbeitung und den oft fehlenden Zugang zu Originaldaten, um Fälschungen zu erstellen, die schwer von echten Werken zu unterscheiden sind.
Arten von Fälschungen in der Kunstfotografie
- Nachdrucke ohne Genehmigung
- Ein häufiges Vorgehen ist der unautorisierte Nachdruck von Fotografien in originalgetreuen Größen, oft mit dem Versuch, sie als Teil der limitierten Edition auszugeben.
- Manipulation von Editionen
- In limitierten Editionen kann der Druck von mehr Kopien als ursprünglich vorgesehen eine gängige Betrugsmethode sein. Fälscher versuchen oft, diese zusätzlichen Drucke als Originale zu verkaufen.
- Fälschung von Signaturen und Zertifikaten
- Eine gefälschte Signatur des Künstlers oder ein nachgemachtes Echtheitszertifikat kann den Eindruck von Authentizität erwecken.
- Digitale Fälschungen
- Mit fortschrittlicher Bildbearbeitungssoftware können Fälscher digitale Kopien eines Kunstwerks erzeugen, die nahezu identisch mit dem Original erscheinen. Diese Werke werden dann als Originale verkauft.
- Vintage-Fälschungen
- Gefälschte Fotografien, die vorgeben, aus der Entstehungszeit des Originals zu stammen (z. B. Vintage-Prints), sind besonders schwierig zu erkennen, da sie oft künstlich gealtert werden.
Auswirkungen von Fälschungen
- Verlust des Marktvertrauens
- Fälschungen können das Vertrauen in den Kunstmarkt untergraben, insbesondere bei limitierten Editionen, deren Wert auf der Knappheit beruht.
- Finanzielle Verluste
- Sammler, Investoren und Galerien, die unwissentlich Fälschungen erwerben, können erhebliche finanzielle Schäden erleiden.
- Schädigung des Künstler-Rufs
- Fälschungen können die Reputation eines Künstlers beeinträchtigen, insbesondere wenn es Zweifel an der Echtheit vieler Werke gibt.
Maßnahmen zur Erkennung und Vermeidung von Fälschungen
- Provenienz prüfen
- Die lückenlose Dokumentation der Herkunft eines Kunstwerks (Provenienz) ist der wichtigste Faktor zur Verifizierung der Echtheit. Dazu gehören:
- Rechnungen
- Ausstellungskataloge
- Vorbesitzerinformationen
- Die lückenlose Dokumentation der Herkunft eines Kunstwerks (Provenienz) ist der wichtigste Faktor zur Verifizierung der Echtheit. Dazu gehören:
- Zertifikate und Signaturen
- Originalwerke sind in der Regel vom Künstler signiert und mit einem Echtheitszertifikat versehen. Diese sollten sorgfältig geprüft werden.
- Digitale Wasserzeichen oder Blockchain-basierte Echtheitszertifikate bieten zusätzliche Sicherheit.
- Technische Analysen
- Labortechniken wie UV-Licht-Analysen oder Pigmenttests können verwendet werden, um die Materialien und Techniken eines Werkes zu überprüfen.
- Für Vintage Prints kann die Papieralterung ein Hinweis auf die Echtheit sein.
- Vergleich mit dem Künstlerarchiv
- Viele etablierte Fotografen und Künstler haben Archive, die Referenzdaten ihrer Werke enthalten. Der Abgleich mit diesen Archiven kann Fälschungen aufdecken. Auch wissen die Kunstversicherer meist über die genaue Provenienz einer Kunstfotografie bescheid und können Auskunft über den Verkauf einzelner Werke geben.
- Expertenbewertung
- Kunstexperten, Fotografen oder spezialisierte Gutachter können Fälschungen identifizieren. Auktionshäuser und Galerien arbeiten oft mit solchen Fachleuten zusammen. Oft ist es die Art des Fotopapiers oder auch die Intensität von Farben Aufschluss über Fälschungen geben. Moderne digitale Drucker verwenden oft intensivere Farben, z.B. die Farbe Schwarz, die zur Zeit des Entstehens der Fotografie so noch nicht existierte.
- Kauf bei vertrauenswürdigen Quellen
- Der Erwerb von Fotografien sollte nur bei renommierten Kunsthandelshäusern, Galerien, Auktionshäusern oder Plattformen wie Christie’s, Sotheby’s oder Artsy erworben werden, um das Risiko zu minimieren.
Rechtliche Konsequenzen
- Strafrechtliche Verfolgung
- Die Herstellung und der Verkauf von Kunstfälschungen können als Betrug verfolgt werden, oft verbunden mit hohen Geld- oder Haftstrafen.
- Rückforderungsansprüche
- Käufer, die im Besitz von Fälschungen sind, haben in vielen Fällen das rechtliche Anrecht, den ursprünglich gezahlten Kaufpreis zurückzufordern, vorausgesetzt, sie sind in der Lage, die Echtheit der Fälschung eindeutig nachzuweisen.
- Schädigung des Handelsnetzwerks
- Galerien oder Händler, die unwissentlich Fälschungen verkaufen, können rechtlich belangt und von weiteren Handelsbeziehungen ausgeschlossen werden.
Beispiele für Fälle von Fälschung in der Kunstfotografie
- Vintage-Manipulationen
- Werke von berühmten Fotografen wie Ansel Adams oder Man Ray wurden gefälscht, indem moderne Drucke als originale Vintage-Prints ausgegeben wurden. Diese wurden auf Grund von Farbintensität und Papier einhergehend mit der zweifelhaften Provenienz ermittelt werden.
- Digitale Reproduktionen
- Mit moderner Technologie werden Werke von zeitgenössischen Fotografen ohne Genehmigung reproduziert und auf Plattformen oder in Auktionen verkauft.
- Manipulation durch Überproduktion
- In limitierten Editionen wurde nachträglich festgestellt, dass Drucke über die vereinbarte Auflage hinaus produziert und verkauft wurden. Dies kann vermieden werden, indem man nur bei bekannten anerkannten Kunsthandelshäusern kauft. Diese geben auch eine Garantie über die Echtheit der Fotografie ab und haften für die Echtheit.
Wie Künstler und Sammler sich schützen können
- Künstler
- Verwendung von Blockchain-Technologien zur Verfolgung der Werke.
- Ausgabe von fälschungssicheren Zertifikaten.
- Begrenzung der Zugänglichkeit zu digitalen Dateien in hoher Auflösung.
- Sammler
- Schulung im Bereich Kunstfälschung und Erkennung.
- Zusammenarbeit mit spezialisierten Gutachtern und Zertifizierungsdiensten.
- Sorgfältige Prüfung von Verkaufsunterlagen und Provenienz.
- Nachfrage bei einem renommierten Kunstversicherer
Fazit
Die Fälschung von Kunstfotografie ist ein ernstes Problem, das den Marktwert und das Vertrauen in diese Kunstform gefährden kann. Durch sorgfältige Prüfung, technische Analysen und den Kauf bei vertrauenswürdigen Quellen können sowohl Künstler als auch Sammler das Risiko minimieren oder ganz ausschließen. Langfristig ist die Einführung moderner Technologien wie Blockchain ein vielversprechender Schritt, um die Echtheit von Kunstfotografien besser zu gewährleisten.
Weitere Informationen
Durch bewusstes Handeln können Fälschungen erkannt und verhindert werden, um den Wert und die Integrität der Kunstfotografie zu schützen.